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So, morgen geht es endlich mal wieder unter Leute.

An sich ist es klar, wie der Abend ablaufen wird: Anerkennende Blick für die einen, arrogante, herablassende für die anderen. Stylen bis zum gehtnichtmehr, das gehört in der Szene einfach dazu. Und dann... Mal sehn. Kein Alk, da ich fahren muss und das, obwohl der Club im Ehemaligen "Prag" ist und der Laden früher einfach zum Kotzen war. Aber geben wir dem neuen mal ne Chance.

Heute Abend noch das Portfolio fertig machen für die Abgabe morgen... Sagte ich fertig machen? Es überhaupt mal schreiben. Einfach einen Haufen Müll ausdenken, der dann wieder ach so hoch gelobt wird, weil ich angeblich ja ein wunderbares Einfühlungsvermögen in die Psyche des Menschen habe.

Von wegen.

Wer seine eigenen psychischen Probleme (Depression, SVV, annähernde Schizophrenie) nicht fertig wird, der kann sich wohl kaum perfekt in "normale" Menschen einfühlen.

In der Richtung hab ich neulich ein ganz nettes Buch gelesen, der Titel war "Iree, wir behandeln die Falschen" Im Prinzip hat der Mann recht... Die normalen sind das Problem der Welt, nicht die Psychisch kranken. Man denke nur an Hitler: Er wear geistig völlig auf der Höhe. Hitler war weder Wahnsinnig, noch in sonst einer form psychisch krank. Was ihn allerdings nicht abhielt, millionen von Menschen ermorden zu lassen. 

Seltsame Dinge geschehen.

Mein Rücken hat mich heute morgen fast umgebracht. Vor ca 6 Monaten hat es angefangen und vor ca. 3 hat man mir empfohlen, krankengymnastik zu machen deswegen. erfolglos, wie ich gestehen muss, aber ich war schon immer beratungsresistent.

Es wird sich zeigen, wie der Abend morgen läuft, aber ich habe schon die Vage vermutung, dass ich unter Alkoholeinfluss (nicht meinen) als Seelischer Mülleimer missbraucht werde.

Keine Ahnung, warum die Leute immer mit ihren Problemen zu mir kommen. Verändern kann ich nichts. Und meistens auch keine guten Vorschläge oder Lösungswege liefern. 

Egal, wie es kommt, bestimmt wird der Abend mit Anja und Matze angenehm, immerhin die zwei verrücktesten (Wenn man mich mal aussen vor lässt) von dem Haufen, der mit mir zusammen lernt.

Ich denke, das wars für heute.

 

5.11.09 18:39, kommentieren

Noch was Sinnfreies

Ja, auch ich muss hin und wieder etwas vollkommen Sinnfreies reinbloggen und nun ist es mal wieder soweit. Ein Song, den ich eine Zeitlang auf Dauerschleife gehört habe und immer noch sehr gerne mag:

 

 

Unheilig - Die Bestie

 

Hast du sie vermisst
Sie war nie wirklich fort
Sie hat sich nur versteckt
An euren geheimen Ort

Du hast sie nie vergessen
Die Stimme in deinem Kopf
Hast nur abgewartet
Bis du frei bist und sie wiederkommt

Sie hatten dich gefangen
Nachdem ihr gewütet habt
Hast getan was sie dir sagte
Gewissenlos und ohne Rast

Sie haben alles gefunden
Wo du getan hast was sie dir sagt
Und wo du all die Leben
Einfach weggeworfen hast

Ganz egal was du sagst
Ganz egal was du erklärst
Ich glaub dir nicht
Ganz egal ob du jetzt denkst
Das du wirklich anders bist
Ich glaub dir nicht
Ich seh in deine kalten Augen
Und weiß das sie noch spricht
Ich glaub dir nicht
Ganz egal was sie beschwören
Ich will Gerechtigkeit
Und das du bleibst wo du bist

Dann haben sie dich erforscht
Um zu vertreiben was in dir ist
Das du nicht mehr glaubst
Du musst töten wenn du liebst

Zu wenig Jahre sind vorbei
Wieder nur eine Strafe auf Zeit
Man sagt du wärst jetzt anders
Und bald bist du wieder frei

Ganz egal was du sagst....

Ich glaub dir nicht
Ich glaub dir nicht

Ich bin nicht dein Richter
Und will dich niemals verstehen
Ich seh nur in deine Augen
Und weiß es wird weitergehen

Ich glaub dir nicht
Ich glaub dir nicht

Ganz egal was du sagst.....

 

 

1 Kommentar 5.11.09 20:05, kommentieren

Rückfall

Alles ist wieder hochgekommen.

Ich hasse diese Jahreszeit. Alles kalt und meine Stimmung neigt sich zum Nullpunkt hin.

Und als ob das nicht alles genug wäre, hatte ich schon wieder die Klinge in der Hand. 

Diese ganzen Bilder... Sachen, die ich nichtmal selbst gesehn hab. Wie er sie an meiner statt küsst...

Die ganzen Hassgefühle, die Wut, Enttäuschung und trauer...

Die Wut kocht hoch, bis mir falst schlecht ist. 

Ich wollte ihr nie wieder damit wehtun, dass ich mir was antue. Denn genau das ist es. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es tue, um ihr Leid zuzufügen, oder mein eigenes ein wenig leichter erscheinen zu lassen. 

Angesetzt. Und dann doch wieder gelassen. 

Feigling.

Oder vielleicht nicht? 

Keine Ahnung. Aber wenn das so weitergeht, sehen meine Arme, Schulter oder Beine wieder wie früher aus. Vor den meisten kann man das ja verstecken... Aber nicht vor ihr. Ich will nicht, dass sie wieder weint. Und genausowenig will ich selbst noch weinen.

Oder es unterdrücken.

Der Clown für jemanden zu sein. Für viele hört sich das einfach an. Aber es ist grausam. Es ist grausam, lachen zu müssen, wenn man weinen will. Es ist nicht gerecht. 

Ich dachte, das hätte ich nach N. alles hinter mir...

Und jetzt fängt es wieder an.

Sie verändert mich.

Ich hab mein Leben lang versucht so zu sein, wie mich andere haben wollten. Ich will das nicht mehr. Ich dachte immer, dass es bei ihr anders wird. Aber das stimmt nicht. Ich habe gedacht, dass sie mich niemals so verletzen würde, wie es in früheren Beziehungen passiert ist. Und sie hat mir noch schlimmeres angetan.

Ist diese Frau das wert?

Leider ja.

Das ist das boshafte Paradoxon an der ganzen Geschichte.

Sie ist es wirklich wert, dass ich das alles mitmache und auf eine bessere Zukunft hoffe. 

Und vielleicht wird sie ja irgendwann wahr...

 

3 Kommentare 7.11.09 23:41, kommentieren

Fieber 4

Besuchstag. Kranke Welt trifft auf angeblich gesunde. Ich sitze in der kleinen Cafeteria der Anstalt an einem der gnadenlos hässlichen Resopaltische. Der Uhrzeiger schleicht über das Ziffernblatt. Ich habe die Hoffnung, die früher an diesen Tagen aufgekommen ist, längst aufgegeben. Mit einem freudlosen Lächeln sehe ich den noch relativ neuen „Gefangenen“ dabei zu, wie sie sich oft tränenreich von Verwandten und Freunden verabschieden. Der Kaffee ist wiederlich. Bald wird es sich auch bei denen ändern. Es werden immer weniger Besucher werden. Das hier ist keine Anstalt, sondern ein Grab. Ein Grab für die, die von der Gesellschaft als krank gelten und hier verscharrt werden. Als die letzten esucher den Raum verlassen, kommt die junge Praktikantin auf mich zu. Man muss schon sehr kaputt sein, um sich das hier auch annähernd als Job für die Zukunft vorstellen zu können.

„Kommen sie dann bitte mit, Herr-“

Herr durchgeknallt, danke auch.

Denke ich bei mir, spreche es dann aber nicht laut aus. Es macht keinen Sinn, sie dafür zu strafen, dass sie hier arbeitet.

Schweigend begleite ich sie zurück ins Zimmer. Mit einem metallischen Schnappen rastet die Tür ins Schloss ein. Ich lasse mich müde aufs Bett fallen.

~Du bist allein. ~

„Das weiss ich selbst.“

Keiner ist gekommen, Freunde, die mir wichtiger waren als meine eigene Familie. Freunde, die mich damals sogar als Bruder bezeichnet hatten. Zu gerne hätte ich sie wieder gesehen. Vielleicht nur, um ihnen zu sagen...

„ICH VERROTTE HIER DRIN, ABER KEINER VON EUCH LÄSST SICH BLICKEN!“

Panisch muss ich feststellen, dass ich die letzten Worte laut gesagt habe.

Schnelle Schritte auf dem Gang.

Korrigiere.

Geschrien.

Die Tür öffnet sich einen Spaltbreit.

„Alles in Ordnung?“

Die junge Praktikantin schiebt sich zur Tür herein, das Gesicht besorgt und, wie ich überrascht feststelle, mitleidig. Seltsam... Die Ärzte und Schwestern hier haben das wohl schon lange verloren. Zu viel Leid stumpft ab.

„Ja.“

„Sie haben geschrien.“

„Ja.“

Sie schaut mich weiterhin nachdenklich an. Sie ist viel zu empfindsam, um an einem solchen Ort zu arbeiten. Dann kommt sie näher.

„Darf ich?“

Fragt sie und setzt sich, ohne meine Antwort abzuwarten auf die Bettkante.

„Hab ich denn eine Wahl?“

„Nein.“

Antwortet sie mit einem schiefen Lächeln, das beinahe entschuldigend wirkt. Lächeln... Etwas seltenes in diesem Räumlichkeiten, wenn man vom zwanghaften Lachen der schwer Geisteskranken absieht.

„Was haben sie denn?“

Ich schüttle den Kopf. Das geht dich einen Dreck an. Gleich afuf den Gedanken macht sich Scham in mir breit. Es ist unfair, so etwas zu denken, allein schon, weil sie Mitgefühlt zeigte.

„Was ist denn?“

Ihr Tonfall ist ruhig, sie bleibt leise und lächelt sanft, wi im mich dadurch von ihrer vertrauenswürdigkeit zu überzeugen. Das ist nicht die Frage einer Angehenden Ärztin, sondern die eines Menschen, der Mitgefühl zeigt.

„Hm?“ Ich versuche, gelassen zu klingen, als ob ich nicht gerade das ganze Haus zusammengeschrien hätte.

Sie schaut mich weiterhin fragend an.

„Ich habe laut gedacht.“

„Sehr laut.“

Langsam werde ich wütend.

„Ist noch was?“

„Nein.“

„Dann wäre ich sehr froh, wenn man mich nicht weiterhin belästigen würde.“

Mein gereizter Tonfall scheint seine Wirkung nicht verfehlt zu haben. Sie schliesst die Türe leise hinter sich, als sie geht, nicht ohne mir einen leicht vorwurfsvollen Blick zuzuwerfen. Mitleid ist das letzte, was ich will. Ich strecke mich auf dem Bett aus. Wahrscheinlöich habe ich sie unfair behandelt. Und an sich war sie ja ganz nett.

~Soso, ganz nett.~

„Ja.“

~Ist da nicht noch etwas mehr?~

„Nein.“ Monotone Stimme.

~Willst du sie ficken?~

„Leck mich.“

~So, wie du die Kleine gefickt hast, die du allein durch deine eigene Dummheit schliesslich umgebracht hast?~

„Lass mich in Ruhe.“

~Also willst du sie ficken.~

Ich drehe mich um, will nichts mehr hören. Doch stimmen im Kopf kann man nicht mit einem Kissen ersticken.Ich will nur noch den Kopf in den Sand stecken und Schlaf finden...

Nur noch Schlaf. Nur noch Ruhe. Nur noch...

Schwärze.

4 Kommentare 10.11.09 15:56, kommentieren

Braucht nicht jeder Jemanden, der ihn schützt?

Seltsam...

Ich fühle mich schuldig. Obwohl es nichts gibt, weswegen ich mich so fühlen müsste. Heute, sie hat mir nur über den Rücken gestrichen. Ich weiss, dass da nichts ist. Nicht von ihrer oder von meiner Seite. Und doch fühle ich mich schuldig, weil ich es mochte... 

Denn so sollte ich nicht fühlen dürfen...

Fühle mich, als hätte ich meine Kleine verraten...

Sie hat im Gegensatz zu mir keine Probleme mit Körperkontakt. Sie ist die einzige, die mich bei mehr als einem Händeschütteln berührt... 

Mein Kopf pocht, wie so oft.

Und ich will beschützt werden. Passt egentlich nicht zu dem selbstironischen, absolut sarkastischen und boshaften emotionalen Panzer, den ich für den Rest der Welt mime. Aber ich fühle mich klein. Verletzlich. Und ich will beschützt werden, mich einfach fallen lassen, weil Jemand da ist, der schon alles richtet...

2 Kommentare 19.11.09 20:55, kommentieren

Am Freitag sehe ich sie wieder. Der Monat ohne sie war endlos, wie es scheint...

Bumm.

Ja, ich will beschützt werden. Ich will keine Probleme lösen, will nur beschützt werden, mich klein zusammenkringeln und mich an sie ankuscheln, während sie mir immer wieder ins Ohr flüstert, dass schon alles gut wird...

Ich will Ruhe...

1 Kommentar 24.11.09 14:22, kommentieren