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Du, nur anders 2

Der Spiegelsaal hat eine unvorstellbare Größe. Er erstreckt sich so weit in alle Himmelsrichtungen, dass man die Wände nicht sehen kann. Tut er das wirklich? Oder sind es nur die Spiegel, die alles so wirken lassen? Er hat keine feste Form, noch einen Grundriss, den ein Geist verstehen würde, der nicht so krank ist, dass er es nicht in Worte fassen könnte. Gestalten, wunderschön gekleidet tanzen dort Langsam zu einer traurigen Melodie. Jede von ihnen trägt eine Maske, in deren Schatten man nicht einmal die Augen erkennen kann. Manche stehen auch einfach nur still dort. Und dort... An eine Säule gelehnt sitzt du. Du hast die Augen geschlossen. Stumm setze ich mich neben dich. Du siehst zerbrechlich aus. Zumindest das, was ich von dir sehen kann. Im verhältnis zu diesen Pfauen der Menschen ist deine Kleidung unscheinbar. 

"Was hast du?"

Das bleiche, ausdruckslose Gesicht der Maske wendet sich mir zu, doch keine Worte kommen daraus hervor. Du kauerst dich nur ein wenig mehr zusammen.

Die Gestalten tanzen weiter im Dämmerlicht. Langsam. Elegant. Wenn der Betrachter aufmerksam genug ist, so wird er feststellen, dass sie nicht miteinander tanzen, sondern sich trotz derer, die um sie herum sind, ganz alleine bewegen. Wer noch aufmerksamer ist, der wird hin und wieder das Blitzen von etwas sehen, das nicht zu den prunkvollen Gewändern gehört. Ein kurzes aufkeuchen eines Menschen, doch die Tänzer umrunden ihn wie ein Bienenschwarm. Als die Reihen sich wieder lichten, ist er fort.

"Warum tanzt ihr nicht mit uns?"

Eine sanfte Stimme, von einer Tänzerin vor uns, die kurz innhält, um diese Wort zu sprechen. Wir stehen beide auf. Alles ist von Musik erfüllt. Sie ist sanft, einfühlsam, sie dringt bis in die Knochen und erfüllt mich mit tiefer zufriedenheit. Doch, bevor ich anfangen kann, mit ihnen zu tanzen muss ich an die Gestalten denken, die plötzlich weg sind. Der Bann ist gebrochen.

"Nein danke."

Sage ich kühl und fasse dich, die sich noch nicht von dem Bann lösen kann an der Hand, um weiter zu gehen. Wie auf ein geheimes Zeichen hin halten wir uns an den Händen. Ich kenne dich zwar nicht, aber ich glaube, dass zumindest du echter bist als die Tänzer. Echter? Sie sind alle Echt. Aber auch falsch. So falsch wie ein dissonanter Ton in einem Engelschor. Wir schieben uns durch die Menge. doch nirgends ist ein Platz, an dem ich nicht vermuten würde, dass man unds auch dort verschwinden lassen würde.

"Warum nimmst du mich mit?"

Das sind deine ersten Worte. Tonlos, willenlos. Es spielt keine Rollen, ob du mir vertraust oder nicht, du wärst selbst dann mitgekommen, wenn ich ein Monster gewesen wäre, das dich zerfleischen wollte. 

"Warum wehrst du dich nicht?"

"Weil es keinen Sinn hat."

Wahrscheinlich stimmt das sogar. Man kann den Tänzern nicht entkommen. Doch wenn man aufgibt, so wird man sicherlich einer von ihnen.

"Es hat immer einen Sinn, nein zu sagen."

"Nein."

Ich bleibe stehen. Noch halten die Tänzer abstand. Ich drehe mich zu dir um und nehme dir die Maske ab. Du wehrst dich wieder nicht. Was hat dich so willenlos gemacht? Deine Augen sehen mich ausdruckslos an. Der Mund ein Strich, keinerlei Mimik. Trotzdem erkenne ich Trauer in dir. Sie schreit mir entgegen aus diesen fast toten Augen.

Um uns Herum drehen die Tänzer ihr Runden.

Du scheinst vertraut. Ich weiss, dass ich dich nicht kenne. Dir niemals begegnete. Dich niemals vor dem beschützen konnte, was dich wie mich durch die Spiegel geschleudert hat. Aber nun will ich es. Ich will dich beschützen. Ich weiss, dass es dir egal wäre, doch dennoch will ich es tun, ohne Rücksicht auf mich selbst. Trotzdem gibt es noch eine Frage zu beantworten...

"Wer bist du?"

"Na, ich."

"Wer du?"

"Du, nur anders."

1 Kommentar 5.10.10 21:27, kommentieren

Wer bist du?

Na ich.

Wer du?

Du, nur anders.

 

Nur nicht für mich...

8.10.10 18:31, kommentieren

Der Balken

Ich kenne es von früher... Ich sitze allein in meinem Zimmer. Grade jetzt.

Und ich spüre, wie alles näher kriecht... Ich habe meinen Mund nicht halten können. Die Klinge sieht mit jedem Moment ein kleines bisschen netter aus...

Nein.

Ich weiss nicht, was passiert, wenn sie es wirklich beendet... Aber ich glaube es zu wissen.

Der Balken wird zerbrechen. Diesmal wirklich...

 

Und ich mit ihm.

Ich stehe das alles nicht noch einmal durch. Aber ich muss.

Jedes ihrer Worte ein Verbot: "Du darfst nicht aufhören".

Verdammt, warum hast du mich aus den Schatten geholt? Nur, um mich dann wieder hineinzustoßen...

 

Komm endlich mit mir. Trau dich. Und zeige, dass es nicht alles nur süsse Lügen waren...

1 Kommentar 11.10.10 19:12, kommentieren

Ich werde warten. Da sein. In den Schatten.

Es ist nicht das erste mal.

 

Doch wage es nicht, mich zu testen. Wage es nicht, das in Frage zu stellen, was ich bin und was ich aus überzeugung tue. Es ist mein Wesen, so zu sein.

 

Ich habe schon zu oft erlebt, dass Menschen es nicht glauben wollten. 

Gerade du solltest es besser wissen.

 

Nicht die Situation macht mich traurig. 

 

Es macht mich traurig, dass du nicht glauben willst, dass ich das, was ich sage mit jedem Wort ernst meine.

Das tut mir weh. 

Auch zu warten tut weh... Zu wissen, dass man selbst die Nummer 2 Ist, eine Möglichkeit, falls der Plan doch nicht aufgeht...

Ein Ersatz.

 

Ich weiss, dass du es nicht so meinst.

Und doch fühlt es sich so an...

16.10.10 20:31, kommentieren

Ich werde zeigen... Sehen...

 

Was ist los mit mir?

Spiegel im Spiegel im Spiegel im Spiegel...

AUFHÖREN!

Hört doch endlich auf...

 

Wie geht es weiter?

Verliere ich? 

Habe ich jemals wirklich verloren?

Nein, denn man kann in diesem Spiel nicht verlieren.

Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose.

Ich kann nicht mehr...

Was machst du mit mir?

Jedes Wort, eine süsse Lüge Wahrheit.

Ich gebe nicht auf. Niemals. Nicht in diesem Leben.

 

Ich will etwas zerstören. Mich!

 

Und die Spiegel lachen mich aus...

23.10.10 14:08, kommentieren

Ich weiss nicht, was in letzter Zeit mit mir los ist...

Ich habe angefangen, in das Buch zu schreiben. Es liegt schon seit Jahren bei mir rum, aber ich habe es nie fertig gebracht, es loszuwerden...

Irgendwie ist es beunruhigend, diesen leeren Seiten gegenüberzutreten und Dinge auf das Papier zu schreiben, die mir durch den Kopf gehen... Ich habe es nochmal alles gelesen. Es klingt wie die Fieberphantasien eines Geisteskranken...

Was passiert mit mir?

Was tut sie mit mir?

Warum zum Teufel habe ich das Gefühl, wieder an einem endlosen Grat entlangzuwandern?

Alles kommt ins stocken.

Ich habe das Geühl, dass ich kurz, ganz kurz vor einem Rückfall stehe, nicht die nette, freundliche Art, die mit Rasierklingen und ein wenig Schmerzen kommt.

Eher die Sorte wie vor fünf oder sechs Jahren.

Es ist ein schmaler Grat...

Ich weiss nicht, wie ich das unvermeidliche abwenden kann.

Seit Jahren weiss ich nun zum ersten mal nicht, wie der Weg weiter geht. Bisher hatte ich immer eine vage Ahnung, wohin es geht, doch nun liegt alles im Dunkel.

Warum tue ich mir das hier noch an?

Weil ich gebraucht werde.

Das ist seit Jahren ein Gedanke, der mich daran gehindert hat, den letzten Schritt zu tun: "Du wirst gebraucht".

Ob ich das will oder nicht, das hat bisher niemanden interessiert. Und das tut es immer noch nicht.

Spiegel im Spiegel im Spiegel.

Ich hasse Spiegel.

Ich hasse das alles.

Ich will endlich Stille...

23.10.10 21:52, kommentieren

Grenzgespräch.

"Ruhig:"

"Warum?"

"Weil du zu hektisch bist."

"Aber sonst komme ich nie zu etwas!"

"Nun, du kommst zu Ruhe, wenn du es versuchst. Setzen wir uns doch eine Weile unter den Baum dort."

"Wozu?"

"Muss denn alles immer einen Grund haben?"

"Ja!"

"Nun, wahrscheinlich hat auch immer alles einen Grund, aber der muss doch nicht immer einen Vorteilhaften Zweck darstellen, oder?"

"Aber ohne so etwas kommt man im Leben doch nicht weiter..."

"Vielleicht doch."

"Du bist ein Träumer."

"Ja. Und auch solche Menschen braucht die Welt."

"Aber sie bewegen nichts!"

"Sicher?"

"Ja!"

"Schau dir den Dort an. Er ist ein erfolgreicher Geschäftsmann. Er hat etwas entwickelt, was das Transportwesen dieser Welt revolutioniert hat."

"Ist doch toll. Ich habe Respekt vor Jemandem, der etwas in der Welt bewegt."

"Und nun schau dir den dort an. Er arbeitet jeden Tag mit Leuten, die kein Zuhause haben. Er versucht, ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen."

"Ja und?"

"Du verstehst immer noch nicht. Oder?"

"Nein."

"Was würdest du sagen, wenn ich behaupte, dass der Zweite jeden Tag mehr in der Welt bewegen wird, als der Erste in seinem ganzen Leben?"

"Dass das bescheuert und du ein Tagträumer bist."

"Es stimmt aber."

"Nein. Er verändert einfach nichts in der Welt. Nichtmal ein kleines Bisschen!"

"Wenn du die Menschen fragen würdest, denen er hilft, würdest du erfahren, dass er für jeden von ihnen an jedem Tag die ganze Welt verändert."

"Das glaube ich nicht."

"Weil du kein Träumer bist. Du bist lediglich ein Zahnrad. Also geh und dreh dich weiter, ich habe genug Zeit mit dir verschwendet. Dort draussen gibt es noch Menschen, denen ich heute zu helfen habe."

1 Kommentar 24.10.10 15:08, kommentieren