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Fieber - Prolog

So, hier mal einer meiner ersten Arbeiten. Der Prolog kam zwar erst nachträglich zur Geschichte, aber er ist wohl wichtig, um den Rest zu verstehen.

 

Dummerweise bin ich immer noch nicht dazu gekommen, Rechtschreibfehler auszumerzen und habe, um ehrlich zu sein, auch keine Lust dazu. Wer sich berufen fühlt, darf mir gerne eine überarbeitete Version zukommen lassen.

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Glocken helles Lachen mischt sich unter die üblichen Geräusche einer Party, diesmal bei alten Bekannten. Es ist schon erstaunlich, dass wir beide es mal geschafft haben, aus unseren chaotischen Haushalt ins echte Leben zu finden. Seit langem mal wieder komplett auf gestylt. Verdammt, wie konnte ich immer mit diesen Dingern laufen? Schießt es mir ärgerlich durch den Kopf, als ich mal wieder mit den Plateaus umknicke. Ich habe ganz vergessen, wie es ist, mit dir unterwegs zu sein, wie du jedes Mal das blühende Leben warst, wenn wir unter Leute waren.

„Du siehst verdammt gut aus, Süße.“

Flüstere ich leise in dein Ohr. Ein schelmisches lächeln macht dich noch hübscher, als du ohnehin bist. Der hämmernde Bass, der die Luft in Vibration versetzt, wird wahrscheinlich in kürzester Zeit die Nachbarn auf den Plan rufen. Dicht gefolgt von der Polizei. Aber das kratzt hier zurzeit noch keinen. Gläserklirren und der steigende Alkoholspiegel macht die Leute unempfindlich für derart weltliche Störungen. Wahrscheinlich bin ich einer der wenigen, die den Ort heute Abend in einem nüchternen und verhältnismäßig lebendigen zustand verlassen werden.

„Warum muss ich eigentlich immer fahren?“

Frage ich etwas resigniert und schiele nach dem nächsten Glas hochprozentigen.

„Ganz einfach: Weil ich es sage.“

Erwiderst du grinsend und nippst an deinem Glas.

„Na klasse.“

„Keine Angst, ich werd dich schon dafür entschädigen heute Nacht.“

Mit einem verheißungsvollen Lächeln nimmst du mich an der Hand und ziehst mich weiter in die Menge, auf eine Bank zu. Immer noch etwas brummelig lasse ich zu, dass du mich darauf drückst und dich auf meinen Schoß setzt.

„Versprochen, ich kümmere mich heute Nacht noch um dich...“

Ich muss schmunzeln, als ich die Worte von dir höre. Ich kenne dich nun schon lange genug, um zu wissen, dass du heute Abend, wenn wir heimkommen vollkommen groggy ins Bett fallen wirst und sofort einschlafen wirst. Aber im Grunde macht mir das wenig aus, wenn ich dich so glücklich sehe...

Der Abend vergeht. Nichts Nennenswertes außer dem einen oder anderen Typen, dem ich dafür, dass er dich falsch anschaut, mörderische Blicke zuwerfe. Die Stunden tröpfeln dahin...

Langsam verliere ich die Lust. Du selbst scheinst auch inzwischen ziemlich fertig zu sein, abgesehen davon, dass du kaum noch grade gehen kannst. Mal wieder verfluche ich die Tatsache, fahren zu müssen.

Endlich raus, aus der verrauchten Bude...

Das metallische Geräusch der zugehenden Autotüren kommt mir im ersten Moment vor, die das zuschnappen eines Sargdeckels. Ich schiebe es auf die Müdigkeit. Auf solche dämlichen Gedanken kann auch nur ich kommen. Den Zündschlüssel drehen... Und Ab, nichts wie weg und nach Hause, unterwegs nach Möglichkeit noch dafür sorgen, dass du deinen Mageninhalt bei dir behältst. Die Landstraßen zu unserem Dreckskaff, wie wir es liebevoll bezeichnen, ist um diese Zeit wie ausgestorben. Nach der nächsten Hügelkuppe müsste man schon die Straßenlaternen sehen. Licht?

Ich hasse diese verschissenen Xenonscheinwerfer.

Geht es mir noch durch den Kopf, als ich die Augen vor dem Grellen licht zusammenkneife, das uns entgegenkommt. Moment... Der ist doch auf der falschen-

Knall.

Mit einem widerlichen kreischen verformt sich Metall. Ich versuche, die alte Kiste auf der Straße zu halten, aber die Wucht reißt das Steuer gnadenlos nach rechts.

KNALL

Der Gurt drückt mir die Luft aus der Lunge, ich verliere die Orientierung, als sich die Kiste überschlägt. Irgendetwas unglaublich heißes scheint sich durch meinen Oberschenkel zu bohren. Dann ist es vorbei.

Erst nach langem blinzeln sehe ich wieder Schemen. Irgendetwas scheint mich nach rechts zu ziehen. Erst nach einer Minute wird mir klar, dass es wohl die Schwerkraft sein muss. Weiteres Blinzeln. Da, unter mir. Unter dem Wagen. Blut. Starrer Blick. Leises Flüstern.

„Ich liebe dich.“

Schwärze.

5.7.09 15:55

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